Mantrailing – perfekte Auslastung für den Familienhund

Rocco trailt!

Um mich herum raschelt es. Geäst pikst in meine Beine, es riecht nach feuchtem Moos, kleine Insekten umkreisen mich… Das Rascheln wird lauter, ich vernehme Schritte, neben mir taucht Rocco’s aufgeregtes Gesicht auf. Der schwarz-weiße Jagdhund stürzt sich auf mich, leckt mir über das Gesicht, sein ganzer Körper wackelt vor Freude. Er hat mich gefunden! Rocco genießt unsere Begeisterung sichtlich und schleckt aufgeregt seine Belohnung aus der Tube. Rocco ist ein Hund aus dem Tierheim. Er ist nicht sonderlich gut erzogen und hat kaum Erfahrung mit Mantrailing. Aber eines kann er perfekt: seine Nase einsetzen. Dafür ist er wie gemacht, genau wie alle seine Artgenossen. Zwei Sekunden schnuppern am dargebotenen Geruchsartikel reichen ihm: kaum wird das trail Kommando gegeben, taucht die Nase knapp über den Boden und schon fliegen Hund und Hundeführer los, dem Ziel – der Versteckperson – entgegen. So einfach, so genial. Es ist wunderbar mitzuerleben, wie ein Hund einsetzt – und einsetzen darf – was ihn doch so auszeichnet: seinen hervorragenden Geruchssinn.

Was kann Mantrailing leisten?

Nicht wenige Hunde sind anfangs unsicher, dass sie jetzt voran gehen, eigene Entscheidungen treffen sollen und den Menschen auch noch hinter sich her ziehen. Die Ritualisierung zu Beginn des Trails wirkt einer Vermischung mit dem Alltagsverhalten wirkungsvoll entgegen. Und dann geht es los.. Der Hund darf zeigen, was in ihm steckt und durch regelmäßiges Training wird er noch besser.

Wie entscheidend sich das vor allem auf das Selbsbewusstsein eines eher unsicheren Hundes auswirken kann, mag man sich gut vorstellen und ist vielfach erprobt. Alexandra Grunow und Rowena Langkau haben gar eine eigene Trailingvariante daraus entwickelt: das Theratrailen, speziell für ängstliche oder aggressive Hunde und solche mit Bindungsproblemen (//suchhunde-zentrum.de/formen-des-trailing/). Fahrige Hunde können lernen, sich besser zu konzentrieren, jagdlich hoch motivierte Hunde ihrer Passion nachgehen und sich dabei auspowern. Auch Hunde mit körperlichen Einschränkungen können (an ihre Bedürfnisse angepasst) hier Spaß und Auslastung erleben. Und alle Hunde werden ausgeglichener sein. Nasenarbeit ist anstrengend! Und der Hundehalter? Hat das gute Gefühl, seinen Hund artgerecht zu beschäftigen! Er wird nach und nach die Körpersprache seines Hundes besser verstehen und lernt ihn durch richtiges Leinenhandling und eigene Körpersprache sensibel und punktgenau zu unterstützen. Das wirkt sich auch auf die Beziehung und Kommunikation im Alltag aus. Und vor allem: es macht riesigen Spaß.

Es ist wirklich schön, wenn man da im Gebüsch sitzt, es pikst und vielleicht sticht es auch, aber dann kommt der Hund! Er hat einen gefunden, mittels einer Spur, die für uns nicht existent schien, weil wir keine Chance haben, sie wahrzunehmen. Rocco, ich bin so stolz auf dich!

Allgemeines

  • Kosten: die aktuellen Preise findet ihr hier.
  • Dauer:
    • erster Termin: etwa 2,5 – 3 Stunden.
    • Folgetermine: etwa 90 – 120 Minuten.
  • Die Folgetermine werden gemeinsam besprochen und die Orte jeweils vorher bekanntgegeben .

Quellen:

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